Konvent von behinderten SeelsorgerInnen und BehindertenseelsorgerInnen e.V.
Kurz- und Schnellinformationen:
Was ist der kbs?
Der juristische Aspekt des kbs
Als solche ist sie
eine Standes- und Interessenorganisation. Aufgabe des kbs ist es, in Kirchen
und Gesellschaft hinein zu wirken, um eine größere Bereitschaft zu bewirken,
Menschen mit Behinderung im Pfarramt nicht nur in besonderen Fällen zu dulden,
sondern ihnen einen eigenen Wert, Platz und Aufgabe zu geben. Wir verhandeln
somit mit Kirchenleitungen und -verwaltungen, aber auch mit Gesetzgebern in
Bund und Ländern. Unsere Verbündeten sehen wir bei den anderen pfarreichen
Standesorganisationen wie Pfarrvereinen und -ausschüssen. Wir nehmen unseren Auftrag
in Parallelität zu der Schwerbehindertenvertretung der MAV, die für
schwerbehinderte, kirchliche MitarbeiterInnen zuständig ist, wahr. Unser
Gegenüber ist dabei die jeweilige Leitungsebene in Diakonie und Kirchen.
Der
theologische Aspekt des kbs
Die Situation von
Menschen mit Behinderung im Pfarramt erzeugt eine besondere Art, das Evangelium
zu verstehen und zu verkündigen. Diese Besonderheit ist geprägt durch die
Lebenssituation, die sich zumeist gravierend von den sogen. Normalbedingungen
von PfarrerInnen unterscheidet. Selbst erfahrene Schmerzen, eigene Begrenzungen
und Ausgrenzungen prägen die Persönlichkeit, ihr Erleben seiner selbst und
seiner Umwelt und haben Auswirkungen auf den Glauben und dessen Vermittlung. Im
Gesamtchor aller Engel und Menschen aller Zeiten und Kulturen bilden sie so
einen eigenen Ton, den zu hören sich für alle lohnt. Diesen besonderen Ton
wollen wir den Kirchen und der Gesellschaft schenken, indem wir bereit sind,
als behinderte PfarrerInnen zu arbeiten. Wir gehen dabei davon aus, dass der
wegen der Behinderung entstehende Mehraufwand durch die Besonderheit unserer
Verkündigung mehr als gerechtfertigt ist. Mit uns ist die Kirche reicher als
ohne uns.
Der menschliche
Aspekt des kbs
Die meisten von
uns haben nicht gewusst, dass es so viele Menschen mit Behinderung im Pfarramt
gibt. Oft fühlen wir uns in unseren Gemeinden, Einsatzorten und Kirchen allein.
Es wird uns vermittelt, dass wegen uns viel Aufwand getrieben werden muss und
dass wir ziemlich bunte Vögel in unseren Landeskirchen darstellen. Wenn wir
aber zusammen kommen, entdecken wir, dass wir uns gegenseitig Hilfe, Sympathie,
Toleranz und Liebe zukommen lassen können. Bei uns darf jede und jeder so sein,
wie sie oder er ist. Sicher gibt es geschwisterliche Kritik untereinander, die
jedoch aus einer für alle spürbaren Grundliebe heraus getragen wird und nicht
zu zerstören sucht. Sich gegenseitig stützen, helfen, mahnen und warnen, wie es
nach Luther sein soll, ist Zeichen des Zusammenseins im kbs. Hier sind wir
nicht mehr bunte Vögel, sondern beachtete, geachtete und angenommene Menschen
mit einer besonderen Berufung.
Hans-Georg Döring, ehemaliger Geschäftsführer des kbs